Donnerstag, 24. Mai 2012
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Oldtimer Guide 2012

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Moto Guzzi
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Moto Guzzi

Traditionsfirma seit 1921

Moto Guzzi

Moto Guzzi wird heuer 90 Jahre alt und ist somit eine der ältesten noch existierenden und ununterbrochen produzierenden Motorradfirmen der Welt. Nur wenige Hersteller haben derartige Höhen und Tiefen erlebt wie die Norditaliener. „Wir beehren uns, unseren zahlreichen, geneigten Lesern die wichtige Ankündigung zu machen, dass Anfang kommenden Jahres ein neues italienisches Motorrad auf unserem Markt erscheinen wird.“ Ungefähr so stand es Ende 1920 in einer italienischen Fachzeitschrift. Eine derartige Ankündigung war damals nichts wirklich neues, nach dem Ende des zweiten Weltkriegs befand sich die Welt und die Wirtschaft im Aufbruch, und viele versuchten ihr Glück auch in der noch jungen Fahrzeugindustrie. Auch drei junge Männer, die sich im Krieg bei der italienischen Luftwaffe kennengelernt hatten, dachten ähnlich.

Carlo Guzzi, ein begnadeter Techniker aus Mandello del Lario, sollte für das Motorrad sorgen, Giorgio Parodi, der aus einer Genueser Reederfamilie stammte, für die Finanzen und der Rennfahrer Giovanni Ravelli für die Werbung im Motorsport. Leider wollte es das Schicksal so, dass Ravelli in den letzten Wochen des ersten Weltkrieges noch umkam, doch die beiden anderen ließen sich nicht beirren. Während Parodi seinen Vater um Geld für das Projektbat, ging Guzzi ans Werk. Ihm schwebte eine robuste Halblitermaschine vor. Während der erste Prototyp ein Vierventiler (!) mit einer oben liegenden, von einer Königswelle angetriebenen Nockenwelle und Doppelzündung war, wurden bei der am 15. März präsentierten Maschine nur zwei Ventile und eine unten liegende Nockenwelle verbaut. Trotzdem war die Konstruktion des ersten „Normale“ genannten Modells mit liegendem Einzylindermotor für die damalige Zeit richtungsweisend. Dieses Zylinder-Layout wurde übrigens bis in die späten Siebziger Jahre beibehalten. 8 PS sorgten für eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 100 km/h. Durchaus modern war auch der verwindungssteife Doppelschleifenrohrrahmen, gebremst wurde allerdings nur hinten. Bereits im gleichen Jahr nahm man an Rennen teil und der erste Sieg auf der berüchtigten Targa Florio konnte eingefahren werden. Es war der Beginn einer unvergleichlichen Reihe von Siegen, die bis in die späten Fünfziger, und vereinzelt darüber hinaus, andauern sollte. Nun nahmen die Bestellungen täglich zu und erforderten eine Produktion im großen Maßstab.

Das erste Werk wurde an der Stelle errichtet, wo es heute noch steht, auf einer Fläche von 300m2. 1923 wurde die „Normale“ durch die „Sport“ ersetzt, die viele Verbesserungen brachte. Aus dem ersten Prototyp wurde die „Quattro Valvole“ für den Renneinsatz. Immerhin 22 PS bei 5.500 U/min leistete der Einzylinder und war für viele Siege gut. 1928 wagte sich Carlo Guzzi und sein Bruder Giovanni an ein Fahrwerk mit Hinterradfederung. Eine verwindungssteife Schwinge drückte dabei auf vier in einem Blechgehäuse geführte Schraubenfedern. Die Konstruktion erwies sich in Zeiten, in denen die meisten Konstrukteure dachten, ein gefedertes Hinterrad wäre lebensgefährlich, als zuverlässig. Guiseppe Guzzi fuhr mit der „G.T“ genannten Maschine problemlos von Norditalien bis ans Nordcap und wieder zurück.

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