Puch: Schnell und vier
Puch war Zweitakt und Zweitakt war Puch
Type S4 - Sport-Viergang
Nicht simple Nasenkolben-Zweitakter mit dem bereits damals geltenden Negativ-Image des stinkenden „Billigsdorfer-Kracherls“ waren damit gemeint, sondern die von Ing. Marcellino erfundene Doppelkolbenkonstruktion mit asymmetrischem Steuerdiagramm. Das bedeutete geringe Spülverluste, hohen Füllungsgrad und damit hohe Leistung. Zur Perfektion brachte Puch diese Bauart in den Zwischenkriegsjahren bei der Type S4, bei der die Bezeichnung für „Sport-Viergang“ stand, von den Motorradfahrern jener Tage aber bald mit „schnell-vier“ übersetzt wurde.
Die S4 wies eine derart gute Leistungscharakteristik auf, dass so manche renommierten Viertaktmodelle der Mitbewerber in Alltag und Sport dagegen ziemlich blass aussahen. Bis lange in die Nachkriegsjahre hinein prägte die Puch S4 nicht nur das Straßenbild auf Österreichs Landkarte, auch im nationalen Rennsport scheuchten gut getunte S4-Modelle noch die Schalenrahmen-SGS, also die letzten von Puch gebauten Doppelkolben 250er, ziemlich heftig vor sich her und schlugen sie auch immer wieder. Mit der S4 baute Puch ein echtes Meilenstein- Motorrad, das nicht nur eine ganze Generation österreichischer Motorradfahrer motorisierte, sondern das auch heute noch in den Köpfen der älteren Mitbürger als „das“ Puch Motorradverankert ist. Immer wieder hört man auch von jenen, die mit Motorrädern nichts im Sinn haben, die nostalgisch verklärten Worte: „Ja, ja die Puacherne, des woar ane, de S4...“
Die Ahnengalerie der S4. Natürlich entstand die Puch S4 nicht aus den Nichts, sie war das Ergebnis solider Modellentwicklung und das Resultat einer langen Entwicklungsreihe, bei der erst das Zusammentreffen mehrerer Komponenten und Faktoren die Maschine zu dem machte, was sie war. Dem ersten Modell der Querläufer-Baureihe bei Puch, die im Jahre 1929 mit dem Modell „Touren 250“ eingeleitet wurde, folgte bereits 1930 das Modell „Sport 250“, welches im Prinzip bauartgleich mit dem Tourenmodell war, jedoch wahlweise einen glatten Auspuff mit Fischschwanzende ohne Schalldämpfer aufwies und einen Bronze- Zylinderkopf hatte. Die Leistung der Maschine war gegenüber dem Tourenmodell mit 6 PS bei 3.000 U/min. nur leicht auf 7 PS bei 3.200 U/min. angehoben worden.





