Zuerst war das Motorrad - Als Österreich noch Motorrad Großmacht war
von Prof. Friedrich Ehn
Zuerst war das Motorrad
Gottlieb Daimler hat nämlich seinen schnelllaufenden Benzinmotor im Jahr 1885 in Form seines ersten Motorvehikels, nämlich des „Petroleum Reitwagens“ patentieren lassen. Sosehr der Techniker Daimler seinem „Pendeluhr“ Motor vertraute, sosehr misstraute er der physikalischen Tatsache der Kreiselwirkung. Er versah nämlich seinen hölzernen Zweiradwagen mit zwei Stützrädern unter den Trittbrettern.
Das erste „richtige“ Motorad wird 1894 in München von der Firma Hildebrand und Wolfmüller auf den Markt gebracht und auch verkauft. Dieser Firma ist auch der Name „Motorrad“ zu verdanken, der auch patentiert wird. Aus allen großen Industrienationen in Europa kommen kurz darauf Motorräder auf den Markt. In Frankreich treten beispielsweise Griffon (1902), Peugeot (1899) oder Terrot (1901), in England Matchless (1899), Rex Acme (1900) oder Hazlewood (1905) oder in Deutschland NSU (1901), Wanderer (1902) oder Fafnir (1900) um die Käufergunst an. Auch in den USA, dem nachmals gelobten Land der Automobilindustrie, entstehen äußerst erfolgreiche Motorradmanufakturen wie beispielsweise „die“ amerikanischen Motorradmarken überhaupt, Harley Davidson (1903) und Indian (1901). Aber auch Flying Merkel, Cyclone und eine Vielzahl kleinerer und längst vergessener, bei Sammlern allerdings heiß begehrte und hoch bezahlte Marken kommen über den großen Teich.




