Motorrad Weltmeister Rupert Hollaus.
Österreichs Helden des Motorsports
In der österreichischen Motorradgeschichte gab es viele Fahrer, die bei der Straßen-Weltmeisterschaft jeweils in den Punkterängen waren. Doch bislang hatte Österreich nur einen Weltmeister: Rupert Hollaus. Der am 4.9.1931 geborene Traisener lebte in den vom Motorrad und dem Motorradsport geprägten Nachkriegsjahren. Er hatte den Beruf eines KFZ-Mechanikers erlernt und war von Kindesbeinen an in die Rennszene jener Tage involviert. Damals gab es an jedem Wochenende Sandbahnrennen auf Trabrennbahnen oder Rundstreckenrennen „Rund um den Kirchturm“ (siehe Oldtimer Guide 2009).
Hollaus‘ Stern begann 1950 beim Straßenrennen in Gmünd aufzugehen, wo er auf seiner Guzzi den ersten Sieg heimfuhr. Es folgten Siege und Niederlagen, wie bei vielen anderen Fahrern jener Jahre auch. Rupert Hollaus war ein Ausnahmetalent, das sich zäh an die Spitze kämpfte und mit immer besserem Maschinenmaterial (Moto Guzzi, Norton Manx) und penibler Vorbereitung Sieg um Sieg heimfuhr. 1953 wurde er nicht nur Österreichischer Meister in der Klasse bis 250 ccm, sondern reüssierte auch bei internationalen Rennen. Am 21. Juni 1953 kam es zur Begegnung mit dem Rennleiter der damals größten Motorradfabrik der Welt, NSU aus Deutschland. Rennleiter Praxl erkannte das Potenzial des jungen Österreichers, der beim Großen Preis von Deutschland auf der Solitude als bester Privatfahrer in der 250er Klasse das Rennen beendete, und engagierte ihn für das NSU Werksteam. Beim GP von Spanien im Montjuich Park in Barcelona saß er bereits im Sattel einer Werks-NSU Rennfox und wurde Dritter in der 125er Klasse. 1954 stieg Hollaus als Mitglied des legendären NSU Werksteams mit H.P Müller, Werner Haas und Hans Baltisberger zur absoluten Weltspitze auf. Er trat, was nach dem damaligen Reglement möglich war, in den Klassen 125 und 250 an. Er eilte in „seiner“ Klasse 125 ccm bei den großen GP Läufen von Sieg zu Sieg.
So war und ist Hollaus bis heute der einzige Österreicher, der beim berüchtigtsten Straßenrennen der Welt, der Tourist Trophy (TT) auf der Isle of Man, siegte. Bereits vor dem GP von Italien in Monza stand Hollaus als Weltmeister mit uneinholbarem Punktevorsprung fest. Dennoch nahm er dieses Rennen bitterernst bis in den Tod. Beim Training in der 125er Klasse stürzte er in der zweiten Lesmo Kurve, die eigentliche Unfallursache ist bis heute unklar. Einen Tag später, am 10.9.1954, starb er an den schweren Schädelverletzungen, die er bei diesem Unfall erlitten hatte. Rupert Hollaus, der sympathische und bescheidene niederösterreichische Fahrer, war posthum Weltmeister in der 125erund Vizeweltmeister in der 250er Klasse geworden.



