Bewahrer der Geschichte
"Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche." Che Guevara
Kaum hat Prof. Friedrich Ehns Motorradmuseum in Eggenburg seine Pforten geschlossen, eröffnet er 2010 schon sein neues Museum in Sigmundsherberg. Er ist ein Unentwegter, Besessener, immer in Bewegung, schafft Neues und schöpft auch aus negativen Erlebnissen neue Energien. Der obige Spruch Che Guevaras könnte auch von Fritz Ehn stammen. Er zeigt auf seinen neu geschaffenen Flächen jene Stücke, die nach dem Verkauf großer Teile seiner Sammlung noch geblieben sind – hauptsächlich Stücke aus der österreichischen Motorradgeschichte. Fritz Ehn spannt hier wiederum einen interessanten Bogen über mehrere Jahrzehnte Geschichte des Motorrades und all seine Facetten. Fritz Ehn ist seit jeher ein Fan „heißer Eisen“, ein Kenner der Szene und vieler historischer Begebenheiten. Er ist Autor vieler oldtimerspezifischer Bücher und hat in jahrelanger engagierter Sammel- und Organisationstätigkeit eine umfangreiche Sammlung aufgebaut und nun wiederum in Eigeninitiative neu gestaltet. Gemeinsam mit seiner Frau hat er quasi im Alleingang dieses Museum in seinem eigenen Haus geformt.
„Diesmal kann mir keiner mehr sagen, was ich zu tun oder zu lassen habe“, sagt er im Brustton des Tüchtigen. Leider sind die Vorkommnisse rund um das ehemalige Museum in Eggenburg kein Einzelfall. Die Unterstützung durch Gemeinde, Politik und andere offizielle Stellen in Bezug auf die Erhaltung von Museen rund um das Kulturgut Automobil und Motorrad war endenwollend, wenn nicht oft sogar kontraproduktiv. Es ist anscheinend ein österreichisches Schicksal, dass Eigeninitiative und Engagement oft nur skeptisch betrachtet werden. Trotzdem, dank Menschen wie Fritz Ehn kann ich auch meinen Kindern in Zukunft noch lebendige Geschichte im Museum und nicht nur auf alten Fotos zeigen.



