Quo vadis, Oldtimerszene?
"Car Racing is the first thing I have ever found that I had any grace in." Paul Newman
Die Saison war bis auf wenige Ausnahmen großer namhafter Veranstaltungen in Österreich geprägt von zunehmendem Teilnehmer- und Sponsorenschwund. Krise hin oder her, die Fragen, die sich hier stellen, heißen: Fehlt es der Szene an attraktiven Veranstaltungen, sind die Veranstaltungen von jener Art, die die Leute suchen, haben wir da vielleicht eine Entwicklung verschlafen? Die Ennstal-Classic spielt in einer eigenen Liga – mehr Anmeldungen als Plätze, hart, lang und unerbittlich, aber trotzdem herrlich –und zählt sicherlich zu den großen Veranstaltungen Europas. Der Histo Cup ist als Rennserie auf Rundkursen ebenso speziell und hat damit sein unvergleichliches Profil. Doch es gibt da noch die vielen anderen, die – wenn zu sportlich oder zu lang – nur wenig Zuspruch finden oder mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen haben.
Der Weg wird sich teilen. Einerseits in wirklich sportliche Events, die ein bis drei Tage dauern und wo neben Organisationstalent, Orientierungssinn, Know-how im Umgang mit Roadbook, Schnitttabelle und Stoppuhr auch Durchhaltevermögen abverlangt wird. Andererseits in Treffen und Ausfahrten, bei denen der Genuss, die Kultur, das Gourmeterlebnis und das Fahren ohne Stress im Vordergrund stehen. Diese Genussreisen sollten nicht mehr als zwei Tage dauern und perfekt organisiert sein. Der Teilnehmer will geführt werden, will sich entspannen und Freude am Fahren haben. In diese Überlegungen nicht einbezogen sind natürlich die vielen kleinen Clubveranstaltungen, die andere Zielsetzungen verfolgen. Nur wer sich unter den sogenannten großen Veranstaltungen ein unverwechselbares Gesicht geben kann, wird überleben. Alles, was irgendwo dazwischen angesiedelt ist, wird über kurz oder lang verschwinden – leider.



