Montag, 20. August 2018
Schriftgröße: A A A Drucken
Registrieren / Anmelden


Verkaufspreis:
€ 14,90

Online-Shop

Zur Digitalausgabe

60 Jahre Bosch Motorsport in Österreich — Meilensteine und Erfolge

von Christian Schamburek

60 Jahre Motorsport I

Die Motorsport-Geschichte reicht praktisch zurück bis in die Anfänge des Automobils. Bereits mit den ersten großen Autorennen um 1900 wurden technische Entwicklungen von Bosch in Automobilen eingesetzt. Mit dem Magnetzündapparat für Motorkutschen, der erstmals im Jahr 1886 an einen Kunden ausgeliefert wurde, kann Bosch auf seinen ersten wesentlichen Produktmeilenstein zurückblicken.

Im Jahr 1903 siegten die ersten Rennfahrzeuge mit Magnetzündapparaten des Stuttgarter Unternehmens, und in den 1960er-Jahren fuhren Rennfahrzeuge bereits mit einer direkten Benzineinspritzung sowie Zündanlage und Zündkerzen von Bosch erfolgreich in internationalen Autorennen. Der Erfindergeist der Bosch Entwicklungsingenieure ruhte nicht. Gerade Rennsportserien sind oft Erprobungsfelder für Entwicklungen, die dann in der Großserie auch dem Normalverbraucher zugute kommen. Ab 1980 passte Bosch elektronische Serien-Benzineinspritzungen und -Motorsteuerungen auch an Formel 1-Fahrzeuge an. Diese Technik wurde unter dem Namen „Motronic“ bereits seit 1979 in der Pkw-Serienfertigung eingesetzt. Weitere erfolgreiche Beispiele für Bosch-Technik im Motorsport sind die Benzin-Direkteinspritzung BDE, deren Motorsportversion in den Siegerfahrzeugen der 24-Stunden-Rennen von Le Mans von 2001 bis 2005 eingebaut war. Ebenso erfolgreich ist dort die Bilanz mit Diesel-Einspritzsystemen. 2006 bis 2009 gewannen Boliden mit Common Rail-Dieseltechnik von Bosch das berühmte Langstreckenrennen.

Zahlreiche weitere prominente Meilensteine wie Dieseleinspritzpumpe, elektronische Benzineinspritzung Jetronic, Antiblockiersystem, Elektronisches Stabilitätsprogramm und Common Rail begleiteten den Weg des heutigen Unternehmensbereichs Kraftfahrzeugtechnik zum global aufgestellten Anbieter eines breiten Spektrums an Systemen, Komponenten und Dienstleistungen für Mobilität.

Wenden wir nun den Blick zurück in die Geschichte und nach Österreich. Seit Ende der 50er-Jahre ist Bosch hierzulande im Motorsport mit Sponsoring und technischer Betreuung aktiv. Eng verbunden mit dieser Erfolgsgeschichte sind echte Menschen aus Fleisch und Blut, die mit dem ganzen Herzen bei der Sache sind. Einer davon ist Norbert Jurkowitsch. Seit über 40 Jahren ist er Motorsportverantwortlicher für Bosch in Österreich und begleitete und prägte damit praktisch die gesamte Zeitspanne. Er ist immer noch gemeinsam mit Willi Angerer aktiv, der ihn bei unzähligen Motorsporteinsätzen mit dem legendären Bosch Renndienst-Bus begleitete – damals im Profirennsport, heute oft bei historischen Veranstaltungen. Der Ursprung Graf Erwein Schönborn-Buchheim, Gründer des Bosch Racing Team Vienna, nahm Jurkowitsch unter seine Fittiche und führte ihn in die Rennsportszene ein. Jurkowitsch kannte den Job, die Werkstätten, die Menschen auf der Kundenseite und im Unternehmen von der Pike auf. 1975 wurde das Aufgabengebiet des Motorsportleiters Bosch Österreich frei und Jurkowitsch reiste nach Deutschland, um sich beim damaligen Bosch Motorsport Chef Ing. Fritz Jüttner vorzustellen. „Es war eine erste Bewährungsprobe“, sagt er heute im Rückblick.

Jüttner gefiel der enthusiastische 27-jährige Österreicher, Jurkowitsch nahm die Herausforderung an und baute die Bosch Motorsportabteilung in Österreich weiter auf. Bosch erkannte die Wichtigkeit über den aktiven Renneinsatz, die Marke erfolgreich aufzuladen und zu entwickeln. In Amerika gab es in den 50er-Jahren ein geflügeltes Wort: „Win on Sunday – sell on Monday“, und frei nach diesem Motto war die Palette der Bosch-Motorsportaktivitäten breit und bunt. Jurkowitsch verstand es meisterlich, Bosch-intern den Motorsport aktuell zu halten und den jeweiligen Vorständen die Vorteile schmackhaft zu machen: „Glücklicherweise war das nicht wirklich schwer, die Bereitschaft ist immer vorhanden gewesen. Und das ist im Prinzip auch der Grund, warum das Zusammenleben Bosch & Motorsport schon so lange erfolgreich zusammenhält“, sagt Jurkowitsch heute. Hierbei half ihm auch sicher seine „wirtschaftliche“ Grundeinstellung. Als Mister 110 % mit ausgesprochener Teamorientierung war es ihm immer wichtig, dass alles, was in den Motorsport investiert wird, der Marke und dem Unternehmen Bosch etwas bringen muss. 

Share |