Mittwoch, 18. Oktober 2017
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Breitling for Bentley

„The difference between men and boys is the size of their toys“ — Breitling for Bentley

von Christian Schamburek

Breitling for Bentley I

Uhren und Automobile, Technik und Design, Handwerk und Individualität sind der Stoff, aus dem Männerträume geformt werden. Edle mechanische Zeitmesser und Traumwagen rufen dieselben Emotionen wach.  Die meisten der edlen Automobilschmieden haben dies erkannt und verbinden in ihren Markenstrategien das Flair von Freiheit und Abenteuer, Luxus und Mechanik, Individualität und Sportlichkeit. Der Blick auf den edlen Zeitmesser soll auch abseits des Cockpits die Welten und Werte verschmelzen lassen.

„Breitling for Bentley“ ist ein herausragendes Beispiel „of excellence“ einer seit 2003 bestehenden Partnerschaft, in der beide Marken ihre markanten Werte, Know-how und emotionale Basis erfolgreich verknüpfen. „Unsere Kooperation mit Bentley unterscheidet sich von den üblichen Markenkooperationen,“ so Peter Kellner, CEO Breitling Austria & Eastern Europe. „Wir haben, abgekoppelt vom jeweiligen einzelnen Markenimage, eine eigene, gemeinsame Linie, beziehungsweise Marke mit „Breitling for Bentley“ kreiert, mit eigenen Produkten, eigenem Katalog und eigener Marketingstrategie. Das ist glaubwürdiger und authentischer, als ab und an ein Uhrenmodell nach einem Automodell zu benennen“. Besser und klarer kann man die Grundüberlegungen kaum in Worte fassen. 

Die Grundlagen der Partnerschaft hat mehrere gemeinsame Nenner, auf denen solide aufgebaut wurde. Sowohl Bentley – seit 1919 – als auch Breitling – seit 1884 – blicken auf eine lange und reiche Unternehmensgeschichte zurück. Zahlreiche Erfindungen und Innovationen begleiten diese Wege. Beide Marken sind in Bezug auf ihren Markenkern in der Welt von Exklusivität, Prestige, Leistung, Raffinement, Ausnahmekönnen und Tradition angesiedelt und sind in ihren Segmenten Marktführer. Nicht zuletzt führen sowohl Bentley als auch Breitling ein geflügeltes „B“ in ihren Logos. Der Gedanke, diese Basis strategisch zu nutzen und fruchtbringend einzusetzen, war damit nicht mehr fern. Die Historie der Marken ist spannend, wechselhaft und eng verbunden mit Männern mit Visionen und Tatkraft.

Bentley Motors Ltd. wurde 1919 von Walter Owen Bentley, kurz W.O. genannt, gegründet. Der damals erst 31-Jährige hatte bereits umfangreiche Erfahrungen mit Maschinen und Motoren aller Art gesammelt. Aus einer wohlhabenden Londoner Familie stammend, verschrieb er sich in seiner Jugend dem Motorrad, machte eine Ausbildung in einem Lokomotiven-Werk und gründete mit seinem Bruder einen Handel für französische Automobile.

Nach dem 1. Weltkrieg begab er sich mit dem Traum in die Selbstständigkeit, den ersten echten Sportwagen des Empires zu bauen. Noch im selben Jahr stellte er zusammen mit F.T. Burgess und Harry Varley den Bentley 3 Liter fertig und auf der Londoner Automobilausstellung vor. Bentleys Ziel war klar: Geschwindigkeit. So gelang es ihm mit seinen legendären Sportwagen 3 Liter Super Sports und Speed Six und den 4 1/2 Liter Modellen sowohl auf der Rennstrecke als auch im Straßenverkehr, Erfolge, Auszeichnungen und Bewunderung zu erlangen. 1939 werden die Motoren mit Kompressor zu noch höherer Leistung entwickelt und es entstehen die berühmten Bentley Blower Modelle.

Doch das Verlangen nach immer größeren und schnelleren Prestige-Autos und die 1929 einsetzende Wirtschaftskrise wurden Bentley zum Verhängnis. Mit dem Bentley 8 Liter präsentierte er seinen bis dahin wohl elegantesten Wagen, der auch finanziell zum erfolgreichsten Bentley bis zu diesem Zeitpunkt wurde, dennoch musste Bentley 1931 Konkurs anmelden, als sein Investor aufgrund der Weltwirtschaftskrise absprang. 

Die folgenden Jahre sind gekennzeichnet von einem Auf- und Ab der Markengeschichte, unter anderem fiel Bentley aufgrund eines gefinkelten Schachzuges in die Hände des direkten Konkurrenten „Rolls-Royce“. Zwei neue, auf Rolls-Royce-Technik basierende Bentleys entstanden. Der Bentley 3 1/2 Liter und der Bentley 4 1/4 Liter setzten nun die Geschichte der eleganten Sportwagen fort, allerdings ohne ihren Ziehvater. Walter Owen Bentley wollte nicht für seinen ehemaligen Erzfeind arbeiten und entschied sich stattdessen, für Lagonda Autos zu konstruieren und somit seiner eigenen Marke Konkurrenz zu machen.

Nach dem Krieg zogen Rolls-Royce und Bentley nach Crewe um, wo zuerst die in vielen Bereichen baugleichen Modelle Rolls-Royce Silver Wraith und Bentley Mark VI entstanden. Die Ähnlichkeiten der Schwestermodelle von Rolls-Royce und Bentley nahmen weiter zu, worunter die Verkaufszahlen der Bentley-Varianten litten. In den 80er-Jahren erholte sich Bentley. Die Konstrukteure der Traditionsmarke besannen sich auf den sportlichen Charakter der Ur-Bentleys zurück und brachten ab 1980 mit dem Bentley Mulsanne und mit dem Bentley Turbo R zwei Modelle auf den Markt, die wieder das Interesse jüngerer Käufer weckten. Die Wende war geschafft und ab 1990 übertraf Bentley mit Modellen wie den Bentley Brooklands, Continental R, Continental T oder Azure wieder die Verkaufszahlen von Rolls-Royce.

1998 ging der Doppelkonzern Rolls-Royce/Bentley an VW, und in weiterer Folge trennten sich die Wege von Rolls-Royce in Richtung BMW, und Bentley verblieb bei VW. Bereits 2003 gelang es Bentley wieder, die 24-Stunden von Le Mans nach den vielen Erfolgen in den 30er-Jahren zu gewinnen und damit an die famose Rennsportvergangenheit anzuschließen.

Die Marke Breitling wurde 1884 von Léon Breitling (1860–1914) in Saint-Imier im Berner Jura gegründet. 1892 wurde sie nach La Chaux-de-Fonds verlegt. 1914 wurde Gaston Breitling Nachfolger seines Vaters als Unternehmenschef. Im Jahre 1915 berichtete die Revue Internationale d’Horlogerie von einem „Chronograph-Bracelet“ des Hauses Breitling mit zentralem Chronographenzeiger und einem Zähler für 30 Minuten. Die Entwicklung von Chronographen wurde ein Schwerpunkt von Breitling. 1915 folgte die Einführung des ersten unabhängigen Chronographendrückers. 1923 wurde das System perfektioniert und die Funktionen Start/Stopp und Nullstellung getrennt. Seit den 30er-Jahren belieferte Breitling die Royal Air Force mit Borduhren für deren Flugzeuge und baute damit ein starkes Fundament als führende Marke in der Aviatik. 1942 folgte dann die Lancierung eines Chronographen mit Rechenschieber und Handaufzug, der bei Streitkräften wie der Royal Air Force großen Anklang fand. Eine weitere Entwicklung der Konstrukteure von Breitling war die Navitimer im Jahre 1952. Dieser Fliegerchronograph besitzt eine noch komplexere Lünette, die kompliziertere Berechnungen wie etwa Treibstoffverbrauch, Steig- oder Sinkflugraten, Durchschnittsgeschwindigkeit und anderes ermöglicht. Dieses Kultobjekt wird seit fast 60 Jahren ununterbrochen hergestellt.

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